30.03.2026

Patellaluxation beim Hund: Symptome, Kosten & Versicherung

Ein Hund der plötzlich auf drei Beinen läuft, das vierte kurz hochhält – und kurz darauf wieder normal geht. Dieses charakteristische Bild kennen viele Halter kleiner Hunderassen. Hinter diesem Verhalten steckt oft eine Patellaluxation – eine der bekanntesten orthopädischen Erkrankungen beim Hund. Sie betrifft vor allem kleine und mittelgroße Rassen, verläuft oft schleichend und kann ohne Behandlung zu dauerhaften Gelenkschäden führen.

Ein Hund der plötzlich auf drei Beinen läuft, das vierte kurz hochhält – und kurz darauf wieder normal geht. Dieses charakteristische Bild kennen viele Halter kleiner Hunderassen. Hinter diesem Verhalten steckt oft eine Patellaluxation – eine der bekanntesten orthopädischen Erkrankungen beim Hund. Sie betrifft vor allem kleine und mittelgroße Rassen, verläuft oft schleichend und kann ohne Behandlung zu dauerhaften Gelenkschäden führen.

a close-up of a dog

Das Wichtigste in Kürze

✓ Die Patellaluxation ist eine Fehlentwicklung, bei der die Kniescheibe aus ihrer normalen Position springt
✓ Betroffen sind vor allem kleine Rassen – aber auch mittelgroße und große Hunde
✓ Die Erkrankung wird in vier Schweregrade eingeteilt – von gelegentlichem Herausspringen bis zur dauerhaften Luxation
✓ Operative Eingriffe kosten typischerweise 800 € – 2.500 €+ pro Knie
✓ Patellaluxation gilt als Fehlentwicklung – es gilt die besondere Wartezeit von i.d.R. 12 Monaten
✓ Operative Eingriffe sind in der Regel sowohl über eine OP-Versicherung als auch über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt
✓ Konservative Dauerbehandlung ausschließlich über eine Tierkrankenversicherung

Was ist eine Patellaluxation?

Die Patella ist die Kniescheibe – ein kleiner Knochen, der in einer Gleitrinne am Oberschenkelknochen (Femur) sitzt und die Bewegung des Kniegelenks führt. Bei einer Patellaluxation springt diese Kniescheibe aus ihrer normalen Position heraus – entweder nach innen (mediale Patellaluxation, die häufigste Form) oder nach außen (laterale Patellaluxation, seltener).

Die Ursache ist eine Fehlentwicklung der Knochengeometrie: Die Gleitrinne ist zu flach, der Knochenwinkel ungünstig, oder die Weichteile um das Gelenk ziehen die Kniescheibe aus ihrer Bahn. Diese Fehlentwicklung ist genetisch bedingt und tritt meist bereits im Welpen- oder Junghundalter auf.

Schweregrade der Patellaluxation

Die Patellaluxation wird in vier Schweregrade eingeteilt – von leicht und gelegentlich bis dauerhaft und schwerwiegend:

Grad

Beschreibung

Symptome

Grad I

Kniescheibe springt bei Druck heraus, kehrt spontan zurück

Meist keine Symptome, gelegentliches Hüpfen

Grad II

Kniescheibe springt beim Gehen heraus, kehrt spontan oder manuell zurück

Intermittierende Lahmheit, kurzes Hochhalten des Beins

Grad III

Kniescheibe liegt dauerhaft luxiert, kann manuell zurückgeführt werden

Häufige Lahmheit, veränderter Gang

Grad IV

Kniescheibe dauerhaft luxiert, nicht manuell zurückführbar

Dauerhafte Lahmheit, Fehlstellung des Gelenks

Richtwerte auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen; individuelle Befunde können abweichen.

Welche Rassen sind betroffen?

Patellaluxation tritt grundsätzlich bei vielen Rassen auf – besonders bekannt ist sie bei kleinen und kompakten Hunden.

Rasse

Patellaluxation bekannt als Erkrankungsbild

Chihuahua

Malteser

Französische Bulldogge

Dackel

Yorkshire Terrier

Pudel (Toy/Zwerg)

Spitz

Bichon Frisé

Diese Auflistung ist nicht abschließend. Patellaluxation kann grundsätzlich bei jeder Rasse auftreten.

Symptome: Woran erkennst du eine Patellaluxation?

Das charakteristischste Zeichen einer Patellaluxation ist das sogenannte Skipping – der Hund hebt beim Gehen oder Laufen plötzlich ein Hinterbein an, hüpft kurz auf drei Beinen, und setzt das Bein dann wieder normal ab. Dieses Verhalten entsteht, wenn die Kniescheibe kurz aus ihrer Position springt und sich dann wieder einrastet.

Weitere Symptome je nach Schweregrad:

  • Gelegentliches oder dauerhaftes Hochhalten eines Hinterbeins

  • Steifer oder taumelnder Gang

  • Widerwillen gegen Treppensteigen oder Springen

  • Sichtbare Fehlstellung des Kniegelenks

  • Muskelschwund am betroffenen Bein bei längerem Verlauf

  • Schmerzen bei Berühren des Kniegelenks

Wichtig: Bei Grad I und II sind die Symptome oft nur intermittierend – viele Halter bemerken die Erkrankung zunächst gar nicht oder halten das gelegentliche Hüpfen für harmlos. Eine tierärztliche Untersuchung schafft Klarheit.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung – der Tierarzt prüft manuell ob und wie leicht sich die Kniescheibe aus ihrer Position bewegen lässt. Ergänzend werden Röntgenaufnahmen angefertigt um die Knochenstruktur zu beurteilen und den Schweregrad zu bestätigen.

Diagnostikkosten: 100 € – 400 €+ je nach Umfang der Untersuchung.

Behandlung und Kosten

Konservative Behandlung

Bei Grad I und leichtem Grad II kann eine konservative Therapie ausreichen – insbesondere wenn der Hund keine oder nur geringe Beschwerden hat:

  • Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur rund um das Kniegelenk

  • Gewichtsmanagement – Übergewicht erhöht die Gelenkbelastung erheblich

  • Bewegungsmanagement – keine abrupten Richtungswechsel, keine hohen Sprünge

  • Entzündungshemmende Medikamente bei akuten Schmerzen

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Behandlungskosten konservativ: 200 € – 800 €+/Jahr

Operative Behandlung

Ab Grad II mit deutlichen Symptomen und bei Grad III und IV ist eine Operation in der Regel die einzige nachhaltige Lösung. Ziel ist es, die Gleitrinne zu vertiefen und die anatomischen Strukturen so zu korrigieren, dass die Kniescheibe dauerhaft in ihrer normalen Position bleibt.

Gängige Operationsverfahren:

  • Trochleaplastik – Vertiefung der Gleitrinne

  • Tuberositasverlagerung – Verschiebung des Knochenhöckers für bessere Ausrichtung

  • Weichteilrekonstruktion – Straffung oder Lockerung der umgebenden Strukturen

In der Praxis werden diese Techniken häufig kombiniert. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose durch einen orthopädisch erfahrenen Tierarzt oder eine Tierklinik.

Behandlungskosten operativ: 800 € – 2.500 €+ pro Knie – da beide Knie betroffen sein können, sind in manchen Fällen zwei Eingriffe notwendig.

Nachbehandlung: Nach der OP ist strikte Bewegungseinschränkung für mehrere Wochen notwendig, gefolgt von Physiotherapie zur Rehabilitation. Nachbehandlungskosten: 200 € – 600 €+

Kostenübersicht

Behandlung

Typische Kosten

Diagnostik

100 € – 400 €+

Konservative Therapie (pro Jahr)

200 € – 800 €+

Operation (pro Knie)

800 € – 2.500 €+

Nachbehandlung / Physiotherapie

200 € – 600 €+

Richtwerte auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen; individuelle Kosten können abweichen.

Wie hoch ist das Patellaluxations-Risiko bei deiner Rasse?

Sieh auf einen Blick, welche Erkrankungen für deinen Hund besonders relevant sind – und was das für deinen Versicherungsschutz bedeutet.

Patellaluxation und Tierversicherung

Versicherungsrelevanz

Je nach Schweregrad und Verlauf erfordert die Patellaluxation operative oder konservative Behandlung – mit unterschiedlicher Versicherungsrelevanz:

Operative Eingriffe sind in der Regel sowohl über eine OP-Versicherung als auch über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt – sofern die Versicherung vor dem Auftreten erster Symptome abgeschlossen wurde und die besondere Wartezeit abgelaufen ist.

Konservative Dauerbehandlungen – Physiotherapie, Medikamente, Kontrolluntersuchungen – sind ausschließlich über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt, nicht über eine reine OP-Versicherung.

Da Patellaluxation häufig beide Knie betrifft und zu mehreren Leistungsfällen über die Lebenszeit führen kann, ist der Leistungsumfang des gewählten Tarifs besonders wichtig.

Besondere Wartezeit beachten

Patellaluxation gilt als Fehlentwicklung. Dafür gilt in der Regel die besondere Wartezeit von 12 Monaten – manche Tarife haben 6 oder 18 Monate. Wer erst versichert, wenn erste Symptome wie das charakteristische Hüpfen auftreten, ist für diese Erkrankung nicht abgesichert.

Ein Abschluss im Welpenalter ist daher der entscheidende Schritt. Mehr zu Wartezeiten: Wartezeiten bei der Tierkrankenversicherung

Achtung: Rassespezifische Ausschlüsse

Einige Tarife schließen Patellaluxation bei bekannt betroffenen Rassen pauschal aus. Das sollte vor Abschluss gezielt geprüft werden – besonders bei Chihuahua, Malteser und Französischer Bulldogge.

Kündigungsschutz relevant

Da Patellaluxation beide Knie betreffen kann und zu mehreren Leistungsfällen führt, ist Kündigungsschutz wichtig. Tarife mit Kündigungsschutz verzichten auf das Kündigungsrecht im Schadenfall (außerordentliche Kündigung) und nach einer gewissen Versicherungsdauer auf die Kündigung zum Ablauf (ordentliche Kündigung).

Nicht sicher, welcher Tarif Patellaluxation wirklich abdeckt?

Wir zeigen dir, welche Tarife Fehlentwicklungen wie Patellaluxation einschließen – und welche diese pauschal ausschließen. Kostenlos, unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.

Häufige Fragen zur Patellaluxation beim Hund

Was ist eine Patellaluxation beim Hund?

Eine Patellaluxation ist eine Fehlentwicklung, bei der die Kniescheibe aus ihrer normalen Position in der Gleitrinne des Oberschenkelknochens springt. Die Erkrankung ist genetisch bedingt, tritt vor allem bei kleinen Rassen auf und wird in vier Schweregrade eingeteilt.

Woran erkenne ich eine Patellaluxation bei meinem Hund?

Das charakteristischste Zeichen ist das sogenannte Skipping – der Hund hüpft kurz auf drei Beinen, hält ein Hinterbein hoch und setzt es dann wieder ab. Bei fortgeschrittenen Fällen zeigen sich dauerhaftere Lahmheit und Gangveränderungen.

Muss eine Patellaluxation immer operiert werden?

Nicht zwingend. Grad I und leichter Grad II können konservativ mit Physiotherapie und Bewegungsmanagement behandelt werden. Ab Grad III ist eine Operation in der Regel die nachhaltigere Option.

Was kostet eine Patellaluxations-OP beim Hund?

Je nach Schweregrad und Operationsumfang kostet ein Eingriff typischerweise 800 € – 2.500 €+ pro Knie. Da beide Knie betroffen sein können, können sich die Gesamtkosten entsprechend erhöhen.

Übernimmt die Tierversicherung die Kosten für Patellaluxation?

Operative Eingriffe sind in der Regel sowohl über eine OP-Versicherung als auch über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt – sofern die Versicherung vor Symptombeginn und nach Ablauf der besonderen Wartezeit (i.d.R. 12 Monate) abgeschlossen wurde. Einige Tarife schließen Patellaluxation bei bekannt betroffenen Rassen pauschal aus.

Kann Patellaluxation an beiden Knien auftreten?

Ja – Patellaluxation tritt häufig bilateral auf, also an beiden Hinterbeinen. Das ist ein wichtiger Faktor bei der Versicherungswahl, da in diesen Fällen zwei separate Eingriffe notwendig sein können.

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine tierärztliche Beratung oder Behandlungsempfehlung dar. Für die Gesundheit deines Tieres wende dich stets an einen qualifizierten Tierarzt. Angaben zu Versicherungstarifen, Leistungsumfängen und Prämien sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Versicherungsberatung. Tarifbedingungen können sich ändern und variieren je nach Anbieter erheblich. © VetRisk – Alle Angaben ohne Gewähr.

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