27.03.2026

Gebührenordnung für Tierärzte (GOT): Was du wissen musst

Du warst beim Tierarzt und fragst dich, wie die Rechnung zustande kommt? Oder du überlegst, eine Tierversicherung abzuschließen, und stößt immer wieder auf den Begriff „GOT-Satz"? Die Gebührenordnung für Tierärzte ist das Regelwerk hinter jeder Tierarztrechnung in Deutschland – und gleichzeitig ein entscheidender Faktor beim Vergleich von Tierkrankenversicherungen. Dieser Artikel erklärt, wie die GOT funktioniert und was sie für deinen Versicherungsschutz bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

✓ Die GOT ist die gesetzlich geregelte Gebührenordnung für tierärztliche Leistungen in Deutschland
✓ Jede Leistung hat einen festgelegten einfachen Gebührensatz – den sogenannten 1-fachen Satz
✓ Tierärzte dürfen je nach Aufwand den 1-fachen bis 3-fachen Satz berechnen – in begründeten Ausnahmefällen bis zum 4-fachen Satz
✓ Notfallbehandlungen, Wochenenden und Feiertage rechtfertigen den 4-fachen Satz – plus eine pauschale Notdienstgebühr von 50 €
✓ Tierkrankenversicherungen erstatten Kosten bis zu einem bestimmten GOT-Satz – mindestens der 3-fache, idealerweise der 4-fache Satz sollte abgedeckt sein
✓ Liegt die Rechnung über dem versicherten GOT-Satz, trägst du die Differenz selbst

Was ist die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)?

Die Gebührenordnung für Tierärzte – kurz GOT, offiziell „Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte" – ist eine Rechtsverordnung der Bundesregierung auf Basis von § 12 Abs. 1 Satz 1 der Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO). Sie legt fest, welche Gebühren Tierärzte in Deutschland für ihre Leistungen berechnen dürfen. Sie gilt für alle niedergelassenen Tierärzte und Tierkliniken in Deutschland.

Die GOT schützt Tierhalter vor willkürlichen Preisen – gleichzeitig sichert sie Tierärzten eine angemessene Vergütung. Sie ist damit das Pendant zur Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in der Humanmedizin.

Wichtig: Die GOT wurde zuletzt 2022 grundlegend überarbeitet und die Gebührensätze wurden deutlich angehoben – zum Teil um 20–30 % gegenüber der vorherigen Version. Das hat direkte Auswirkungen auf Tierarztkosten und Versicherungsprämien.

Wie funktioniert die Abrechnung nach der GOT?

Der einfache Gebührensatz

Jede tierärztliche Leistung hat in der GOT einen festgelegten Grundwert – den einfachen Gebührensatz (1-facher Satz). Das ist der Mindestbetrag, den ein Tierarzt für eine Leistung berechnen darf.

Beispiele für Gebührensätze nach GOT 2022 (Hund/Katze):

GOT-Nr.

Leistung

1-fach

2-fach

3-fach

16

Allgemeine Untersuchung mit Beratung

23,62 €

47,24 €

70,86 €

176

CT-Untersuchung (mehr als ein Körperteil / Ganzkörper-CT)

500,00 €

1.000,00 €

1.500,00 €

177

Magnetresonanztomographie (MRT)

700,00 €

1.400,00 €

2.100,00 €

377

Kastration, Rüde

70,60 €

141,20 €

211,80 €

Alle Beträge zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer. Die oben genannten Positionen sind Einzelleistungen – zu jeder Behandlung kommen weitere GOT-Positionen hinzu (siehe unten).

Eine Tierarztrechnung setzt sich immer aus mehreren GOT-Positionen zusammen

Das ist ein wichtiger Punkt, den viele Tierhalter unterschätzen: Die GOT-Gebührensätze gelten für einzelne Leistungsschritte – eine Tierarztrechnung enthält in der Regel mehrere davon. Eine MRT-Untersuchung (GOT-Nr. 177) wird beispielsweise nicht allein abgerechnet. Hinzu kommen typischerweise die allgemeine Untersuchung (Nr. 16), Sedierung oder Narkose, die Auswertung der Bilder sowie ggf. weitere Diagnostik. Bei einer Operation kommen zusätzlich Operationsvorbereitung, der Eingriff selbst, Nahtmaterial und Nachsorge als separate Positionen dazu.

Auf die Summe aller GOT-Positionen wird am Ende die gesetzliche Mehrwertsteuer von 19 % aufgeschlagen. Das bedeutet: Was auf den ersten Blick nach einer überschaubaren Einzelgebühr aussieht, kann sich durch die Kombination mehrerer Leistungsschritte und Mehrwertsteuer schnell zu einer erheblichen Gesamtrechnung summieren.

Der Gebührenrahmen: 1-fach bis 3-fach

Tierärzte dürfen nicht einfach beliebige Preise verlangen – aber sie können den einfachen Gebührensatz innerhalb eines festgelegten Rahmens erhöhen. Der Regelgebührenrahmen liegt zwischen dem 1-fachen und dem 3-fachen Satz.

Die Höhe innerhalb dieses Rahmens richtet sich nach:

  • Schwierigkeit des Eingriffs oder der Untersuchung

  • Zeitaufwand

  • Aufwand und Umstände der Leistungserbringung

In der Praxis berechnen viele Tierärzte für Routineuntersuchungen den 1- oder 2-fachen Satz, für aufwendigere Eingriffe den 3-fachen Satz.

Der 4-fache Satz: Ausnahmen und Notfälle

In begründeten Ausnahmefällen darf der Tierarzt über den 3-fachen Satz hinausgehen – bis maximal zum 4-fachen Satz. Eine schriftliche Begründung ist dabei Pflicht.

Typische Situationen, die den 4-fachen Satz rechtfertigen:

  • Notfallbehandlungen außerhalb der regulären Praxiszeiten

  • Behandlungen täglich zwischen 18:00 und 8:00 Uhr

  • Behandlungen am Wochenende (Freitag ab 18:00 Uhr bis Montag 8:00 Uhr)

  • Behandlungen an Feiertagen

  • Besonders schwierige oder zeitaufwendige Eingriffe

  • Behandlung besonders unruhiger oder gefährlicher Tiere

Wichtig – Notdienstgebühr: Zusätzlich zum erhöhten GOT-Satz fällt bei Notdienstbehandlungen eine pauschale Notdienstgebühr von 50 € (zzgl. MwSt.) an. Diese wird pro Behandlungsfall einmal erhoben – auch wenn mehrere Tiere desselben Halters im Notdienst versorgt werden.

Das bedeutet in der Praxis: Wer mit seinem Hund am Samstagnachmittag notfallmäßig in die Tierklinik muss, zahlt häufig den 4-fachen GOT-Satz auf alle Einzelleistungen – plus die 50 € Notdienstgebühr – plus Mehrwertsteuer.

Wie sieht das konkret aus?

Ein Beispiel mit der allgemeinen Untersuchung (GOT-Nr. 16, einfacher Satz: 23,62 €):

GOT-Satz

Betrag (zzgl. MwSt.)

1-facher Satz

23,62 €

2-facher Satz

47,24 €

3-facher Satz

70,86 €

4-facher Satz

94,48 €

Bei einer komplexen Operation mit vielen Einzelleistungen – jeweils zum 3- oder 4-fachen Satz berechnet, plus Notdienstgebühr und Mehrwertsteuer – können schnell Rechnungen von mehreren tausend Euro entstehen.

GOT und Tierkrankenversicherung: Der entscheidende Zusammenhang

Hier wird die GOT für Tierhalter besonders relevant: Tierkrankenversicherungen erstatten Tierarztkosten in der Regel bis zu einem bestimmten GOT-Satz. Was über diesen Satz hinausgeht, trägst du selbst.

Was bedeutet das konkret?

Ein Tarif erstattet bis zum 2-fachen GOT-Satz. Dein Tierarzt berechnet für eine Notfalloperation am Sonntag den 4-fachen Satz. Ergebnis: Die Versicherung erstattet 50 % der Rechnung – die andere Hälfte zahlst du selbst.

Dasselbe Szenario mit einem Tarif der den 4-fachen GOT-Satz erstattet: Die gesamte Rechnung ist abgedeckt.

Welchen GOT-Satz sollte deine Versicherung abdecken?

  • 1- oder 2-facher Satz: Für viele Alltagssituationen ausreichend – aber sobald Notfälle, Wochenenden oder aufwendige Eingriffe ins Spiel kommen, entsteht eine erhebliche Deckungslücke

  • 3-facher Satz: Guter Mindeststandard – deckt die meisten Routinebehandlungen vollständig ab

  • 4-facher Satz: Optimaler Schutz – deckt auch Notfallbehandlungen außerhalb der regulären Zeiten vollständig ab

Empfehlung: Ein Tarif der mindestens den 3-fachen, idealerweise den 4-fachen GOT-Satz erstattet, ist für einen umfassenden Versicherungsschutz notwendig. Gerade bei Rassen mit erhöhtem Operationsrisiko – Französische Bulldogge, Dackel, Labrador – ist der 4-fache Satz besonders relevant, da operative Notfälle häufig außerhalb der regulären Praxiszeiten auftreten. Die meisten Tarife bieten heutzutage den 4-fachen Satz an.

Welcher GOT-Satz ist für deine Rasse relevant?

Sieh auf einen Blick, welche Erkrankungen für deinen Hund oder deine Katze bekannt sind – und was das für deinen Versicherungsschutz bedeutet.

GOT-Satz beim Tarifvergleich: Worauf du achten musst

Nicht nur den GOT-Satz, sondern auch die Deckungssumme prüfen

Ein hoher GOT-Satz nützt wenig, wenn gleichzeitig die Deckungssumme niedrig ist. Ideal ist die Kombination aus:

  • 4-facher GOT-Satz – für vollständige Kostenerstattung auch bei Notfällen

  • Hohe oder unbegrenzte Deckungssumme – damit auch teure Behandlungen und Operationen vollständig abgedeckt sind

GOT-Satz und Deckungssumme im Zusammenspiel – ein Beispiel

Dein Hund wird notfallmäßig operiert. Die Rechnung beträgt 3.500 € (zum 4-fachen GOT-Satz). Deine Versicherung:

  • Erstattet bis zum 3-fachen Satz → du zahlst 25 % selbst = 875 €

  • Hat eine Deckungssumme von 2.000 € → du zahlst alles über 2.000 € selbst

  • Erstattet bis zum 4-fachen Satz, unbegrenzte Deckung → vollständige Erstattung

Unterschied zwischen OP-Versicherung und Tierkrankenversicherung

Sowohl OP-Versicherungen als auch Tierkrankenversicherungen beziehen sich in ihrer Erstattung auf die GOT. Der GOT-Satz ist tarifübergreifend relevant – unabhängig davon, welche Tarifart du wählst. Mehr zum Unterschied: OP-Versicherung vs. Tierkrankenversicherung

Nicht sicher, welcher Tarif den richtigen GOT-Satz abdeckt?

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Häufige Fragen zur Gebührenordnung für Tierärzte

Was ist die GOT?

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) – offiziell „Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte" – ist eine Rechtsverordnung der Bundesregierung auf Basis von § 12 Abs. 1 Satz 1 der Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO). Sie legt fest, welche Gebühren Tierärzte für ihre Leistungen berechnen dürfen – mit einem einfachen Grundbetrag pro Leistungsposition und einem Gebührenrahmen bis zum 3-fachen, in Ausnahmefällen bis zum 4-fachen Satz.

Darf der Tierarzt mehr als den 3-fachen GOT-Satz verlangen?

Ja – in begründeten Ausnahmefällen und mit schriftlicher Begründung darf der Tierarzt bis zum 4-fachen Satz abrechnen. Typische Fälle sind Notfallbehandlungen, Behandlungen an Wochenenden, Feiertagen oder nachts sowie besonders aufwendige Eingriffe.

Warum ist der GOT-Satz bei der Tierversicherung wichtig?

Tierkrankenversicherungen erstatten Tierarztkosten nur bis zu einem bestimmten GOT-Satz. Was darüber hinausgeht, muss der Halter selbst tragen. Wer einen Tarif mit niedrigem GOT-Satz hat, trägt im Notfall – also genau dann, wenn der 4-fache Satz berechnet wird – einen erheblichen Teil der Kosten selbst.

Welchen GOT-Satz sollte meine Tierversicherung abdecken?

Mindestens den 3-fachen Satz – idealerweise den 4-fachen. Nur der 4-fache Satz sichert auch Notfallbehandlungen außerhalb der regulären Praxiszeiten vollständig ab.

Wurde die GOT kürzlich geändert?

Ja – die GOT wurde 2022 grundlegend überarbeitet. Die Gebührensätze wurden deutlich angehoben, was zu höheren Tierarztkosten geführt hat. Ältere Versicherungsverträge, die vor dieser Reform abgeschlossen wurden, sollten daher auf ihre aktuelle Deckung geprüft werden.

Gilt die GOT auch für Tierkliniken?

Ja – die GOT gilt für alle niedergelassenen Tierärzte und Tierkliniken in Deutschland. Sie ist verbindlich und kann nicht unterschritten werden.

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine tierärztliche Beratung oder Behandlungsempfehlung dar. Für die Gesundheit deines Tieres wende dich stets an einen qualifizierten Tierarzt. Angaben zu Versicherungstarifen, Leistungsumfängen und Prämien sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Versicherungsberatung. Tarifbedingungen können sich ändern und variieren je nach Anbieter erheblich. © VetRisk – Alle Angaben ohne Gewähr.

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