27.03.2026
Augenerkrankungen beim Hund: Symptome, Kosten & Versicherung

Das Wichtigste in Kürze
✓ Augenerkrankungen beim Hund reichen von akuten Verletzungen bis zu chronischen Fehlstellungen
✓ Besonders betroffen: brachyzephale Rassen, Rassen mit hängenden Lidern und genetisch belastete Rassen
✓ Typische Erkrankungen: Hornhautulkus, Kirschauge, Entropium, Katarakt und Glaukom
✓ Operative Eingriffe kosten typischerweise 400 € – 3.000 €+
✓ Operative Eingriffe können je nach Tarifart einer Tierkrankenversicherung abgedeckt sein
✓ Medikamentöse Behandlungen ohne OP sind nur über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt
✓ Fehlstellungen wie Entropium oder Kirschauge gelten als Fehlentwicklungen – besondere Wartezeit von i.d.R. 12 Monaten beachten
Häufige Augenerkrankungen beim Hund
Hornhautulkus (Hornhautgeschwür)
Ein Hornhautulkus ist eine Verletzung oder ein Geschwür der Hornhaut – der transparenten Schicht an der Vorderseite des Auges. Es entsteht häufig durch mechanische Verletzungen (Kratzer, Fremdkörper), trockene Augen oder als Folge anatomischer Besonderheiten bei brachyzephalen Rassen, deren Augen stärker hervortreten und dadurch anfälliger für Verletzungen sind.
Typische Symptome:
Zugekniffenes Auge, Lichtscheu
Tränen und Ausfluss
Trübung der Hornhaut
Reiben am Auge
Behandlung: Oberflächliche Ulzera werden medikamentös mit Augentropfen und -salben behandelt. Tiefere oder nicht heilende Ulzera erfordern einen operativen Eingriff – zum Beispiel eine Bindehautlappenplastik oder eine Hornhauttransplantation.
Behandlungskosten:
Medikamentöse Behandlung: 100 € – 400 €+
Operative Behandlung: 500 € – 2.000 €+
Versicherungsrelevanz: Medikamentöse Behandlungen sind i.d.R. nur über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt. Operative Eingriffe können zusätzlich je nach Tarifart einer OP-Versicherung abgedeckt sein.
Kirschauge (Cherry Eye / Vorfall der Nickhautdrüse)
Das sogenannte Kirschauge ist der Vorfall der Nickhautdrüse – eine Drüse im dritten Augenlid, die einen Teil der Tränenflüssigkeit produziert. Bei betroffenen Hunden tritt diese Drüse hervor und ist als rötliche Schwellung im inneren Augenwinkel sichtbar.
Das Kirschauge ist eine anatomisch bedingte Fehlentwicklung, die genetisch vererbt wird. Unbehandelt kann es zu chronischer Entzündung und dauerhafter Schädigung der Tränenproduktion führen.
Betroffene Rassen: Besonders bekannt bei Französischer Bulldogge, Englischer Bulldogge, Mops, Cocker Spaniel und Beagle.
Behandlung: Operative Reposition oder Entfernung der Drüse. Eine Behandlung mit Augentropfen allein ist in der Regel keine nachhaltige Lösung.
Behandlungskosten: 400 € – 1.200 €+ je nach Verfahren und Klinik. Da beide Augen betroffen sein können, sind in manchen Fällen zwei Eingriffe notwendig.
Versicherungsrelevanz: Das Kirschauge gilt als Fehlentwicklung – es gilt die besondere Wartezeit von i.d.R. 12 Monaten. Operative Korrekturen können je nach Tarifart abgedeckt sein, sofern die Versicherung vor Symptombeginn abgeschlossen wurde.
Entropium (Einwärtsrollung des Lids)
Beim Entropium rollt sich ein Augenlid nach innen, sodass die Lidhaare dauerhaft die Hornhaut reizen. Das führt zu chronischen Entzündungen, Schmerzen und kann unbehandelt zu dauerhaften Hornhautschäden führen.
Betroffene Rassen: Besonders bekannt bei Chow Chow, Shar Pei, Rottweiler, Labrador Retriever und Deutschen Schäferhund. Aber auch andere Rassen können betroffen sein.
Behandlung: Operative Korrektur des betroffenen Lids unter Vollnarkose.
Behandlungskosten: 500 € – 1.500 €+ je nach Schweregrad und Anzahl betroffener Lider.
Versicherungsrelevanz: Entropium gilt als Fehlentwicklung – es gilt die besondere Wartezeit von i.d.R. 12 Monaten. Operative Korrekturen können je nach Tarifart abgedeckt sein.
Katarakt (Grauer Star)
Beim Katarakt trübt sich die Augenlinse ein, was zu zunehmend eingeschränktem Sehvermögen bis hin zur Blindheit führen kann. Er kann genetisch bedingt, altersbedingt oder als Folge einer anderen Erkrankung (z.B. Diabetes) auftreten.
Typische Symptome:
Trübung der Linse (sichtbar als grau-weißliche Verfärbung des Auges)
Zunehmende Sehverschlechterung
Orientierungsprobleme in unbekannter Umgebung
Betroffene Rassen: Katarakt ist bei vielen Rassen bekannt – darunter Labrador Retriever, Golden Retriever, Pudel und Bichon Frisé.
Behandlung: Die einzige wirksame Behandlung ist eine operative Entfernung der getrübten Linse mit anschließender Implantation einer Kunstlinse (Phakoemulsifikation) – ein spezialisierter Eingriff unter Vollnarkose.
Behandlungskosten: 1.500 € – 3.000 €+ pro Auge – bei beidseitigem Katarakt entsprechend höher.
Versicherungsrelevanz: Operative Eingriffe können je nach Tarifart abgedeckt sein. Genetisch bedingter Katarakt kann unter die besondere Wartezeit fallen – tarifabhängig.
Glaukom (Grüner Star)
Das Glaukom ist eine Erkrankung, bei der der Augeninnendruck erhöht ist und dadurch der Sehnerv geschädigt wird. Es kann primär (genetisch bedingt) oder sekundär (als Folge einer anderen Erkrankung) auftreten. Ein akutes Glaukom ist ein Notfall – ohne sofortige Behandlung kann es innerhalb von Stunden zur Erblindung führen.
Typische Symptome:
Gerötetes, schmerzhaftes Auge
Trübung der Hornhaut
Vergrößertes Auge (bei chronischem Verlauf)
Sehverlust
Behandlung: Medikamentöse Drucksenkung als Sofortmaßnahme. Langfristig oft chirurgische Eingriffe notwendig – von drucksenkenden Operationen bis zur Entfernung des Auges bei irreversiblem Schaden.
Behandlungskosten:
Medikamentöse Dauertherapie: 200 € – 800 €+/Jahr
Operative Eingriffe: 800 € – 2.500 €+
Versicherungsrelevanz: Primäres Glaukom kann als rassespezifische Fehlentwicklung unter die besondere Wartezeit fallen. Sowohl operative als auch medikamentöse Behandlungen können je nach Tarifart abgedeckt sein.
Kostenübersicht: Augenerkrankungen beim Hund
Erkrankung | Typische Behandlungskosten |
|---|---|
Hornhautulkus (medikamentös) | 100 € – 400 €+ |
Hornhautulkus (operativ) | 500 € – 2.000 €+ |
Kirschauge (operativ) | 400 € – 1.200 €+ |
Entropium (operativ) | 500 € – 1.500 €+ |
Katarakt (operativ, pro Auge) | 1.500 € – 3.000 €+ |
Glaukom (medikamentös/Jahr) | 200 € – 800 €+ |
Glaukom (operativ) | 800 € – 2.500 €+ |
Richtwerte auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen; individuelle Kosten können abweichen.
Wie hoch ist das Augenerkrankungs-Risiko bei deiner Rasse?
Sieh auf einen Blick, welche Erkrankungen für deinen Hund besonders relevant sind – und was das für deinen Versicherungsschutz bedeutet.
Augenerkrankungen und Tierversicherung
Was ist abgedeckt – und was nicht?
Augenerkrankungen können je nach Verlauf sowohl operative Eingriffe als auch medikamentöse Dauerbehandlungen erfordern:
Operative Eingriffe (Kirschauge, Entropium, Katarakt, Glaukom-OP) können je nach Tarifart sowohl bei einer Tier-OP als auch Tierkrankenversicherung abgedeckt sein – vorausgesetzt, die Versicherung wurde vor Symptombeginn abgeschlossen.
Medikamentöse Behandlungen ohne Operation – z.B. Augentropfen bei Hornhautulkus oder Glaukom-Dauertherapie – sind ausschließlich über eine Tierkrankenversicherung (Vollkrankenversicherung) abgedeckt, nicht über eine reine OP-Versicherung.
Besondere Wartezeit bei Fehlentwicklungen
Kirschauge und Entropium gelten als anatomische Fehlentwicklungen. Dafür gilt in der Regel eine besondere Wartezeit von 12 Monaten. Wer erst versichert, wenn das Kirschauge bereits sichtbar ist, ist für genau diesen Eingriff nicht abgesichert.
Rassespezifische Ausschlüsse beachten
Einige Tarife schließen Augenerkrankungen bei anatomisch prädisponierten Rassen pauschal aus. Beim Tierkrankenversicherung Vergleich lohnt ein gezielter Blick auf diese Klausel.
Kündigungsschutz relevant
Augenerkrankungen wie Glaukom oder Katarakt erfordern oft Folgebehandlungen und wiederkehrende Leistungsfälle. Bei Tarifen ohne Kündigungsschutz kann der Versicherer nach dem ersten Schadenfall kündigen.
Nicht sicher, welcher Tarif Augenerkrankungen wirklich abdeckt?
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Häufige Fragen zu Augenerkrankungen beim Hund
Welche Augenerkrankungen sind beim Hund bekannt?
Zu den bekanntesten Augenerkrankungen beim Hund zählen Hornhautulzera, Kirschauge (Vorfall der Nickhautdrüse), Entropium (Einwärtsrollung des Lids), Katarakt (Grauer Star) und Glaukom (Grüner Star). Welche Erkrankungen für eine bestimmte Rasse relevant sind, hängt von deren anatomischen Merkmalen und genetischer Veranlagung ab.
Woran erkenne ich eine Augenerkrankung bei meinem Hund?
Typische Zeichen sind zugekniffenes Auge, Lichtscheu, Tränen und Ausfluss, Rötungen, Trübung der Hornhaut oder Linse sowie Reiben am Auge. Bei akuten Symptomen – besonders starken Schmerzen oder plötzlichem Sehverlust – ist sofortige tierärztliche Behandlung notwendig.
Muss eine Augenerkrankung immer operiert werden?
Nicht zwingend. Oberflächliche Hornhautulzera und leichtes Glaukom können medikamentös behandelt werden. Kirschauge, Entropium und Katarakt erfordern in der Regel eine operative Korrektur für ein dauerhaft gutes Ergebnis.
Übernimmt die Tierversicherung Augenoperationen?
Operative Eingriffe können je nach Tarifart abgedeckt sein – sofern die Versicherung vor Symptombeginn und nach Ablauf der Wartezeiten abgeschlossen wurde. Bei Fehlentwicklungen wie Kirschauge oder Entropium gilt die besondere Wartezeit von i.d.R. 12 Monaten. Medikamentöse Behandlungen ohne OP sind nur über eine Tierkrankenversicherung abgedeckt.
Welche Rassen sind besonders anfällig für Augenerkrankungen?
Brachyzephale Rassen wie Französische Bulldogge, Mops und Englische Bulldogge sind aufgrund ihrer Anatomie besonders anfällig für Hornhautprobleme und Kirschauge. Rassen mit hängenden Lidern wie Shar Pei oder Chow Chow neigen zu Entropium. Katarakt ist bei vielen Rassen bekannt, darunter Labrador und Golden Retriever.
Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine tierärztliche Beratung oder Behandlungsempfehlung dar. Für die Gesundheit deines Tieres wende dich stets an einen qualifizierten Tierarzt. Angaben zu Versicherungstarifen, Leistungsumfängen und Prämien sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Versicherungsberatung. Tarifbedingungen können sich ändern und variieren je nach Anbieter erheblich. © VetRisk – Alle Angaben ohne Gewähr.
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